Leitbild

Präambel

Die Aktionsgemeinschaft Drogen Pforzheim e.V. wurde im Jahr 1971 gegründet, mit dem in der Satzung niedergelegten Ziel, „…im Stadtkreis Pforzheim und im Enzkreis….Drogengefährdeten und Drogenabhängigen wirksam (zu) helfen“. Auf der Grundlage eines bedarfs- und bedürfnisorientierten Arbeitsansatzes hat sich die AGD seit den 70er Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Hauptziel ist, eine bedarfsgerechte Versorgung für (junge) Menschen mit unterschiedlichsten Suchtmittelbezügen sowie Problemlagen sicherzustellen und diesen Versorgungsauftrag so effizient und wirksam wie möglich zu gestalten. Dabei geht es wesentlich um die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Dieses Leitbild beschreibt unser Selbstverständnis. Die Kernsätze stellen eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen dar und werden dem Leitbild vorangestellt.

2. Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Arbeit

Wir bieten dem ratsuchenden Menschen eine respektvolle, seine ganze Person akzeptierende Beziehung an. Dies schließt seine Individualität und Einzigartigkeit ebenso mit ein, wie seine anderen Lebensentwürfe. Der Mensch ist ganzheitlich zu sehen und nur in seinem Beziehungsgefüge, in seinem Kontext zu begreifen. Trotz krankheitsbedingter Beeinträchtigungen sehen wir den hilfesuchenden Mensch als selbstverantwortlich, ausgestattet mit der Fähigkeit zu Selbstbestimmung, zu einem sinnerfüllten Leben und zu Selbstverwirklichung.

3. Wir sind Ansprechpartner für Suchtfragen (mit Schwerpunkt illegale Drogen), für Betroffene, deren Bezugspersonen und für unser Gemeinwesen

Wir beraten, begleiten und behandeln Jugendliche in Problemlagen, Suchtgefährdete und Suchtkranke, sowie deren Bezugspersonen. Dabei achten wir auf ein individuelles, bedürfnisorientiertes Vorgehen und auf eine Vielfalt der Angebote: niedrigschwellige Hilfen, Vermittlungen, Integrationshilfen, Beratung, Therapie, etc. Wir möchten dazu beitragen, dass Suchtkranke und Suchtgefährdete gesellschaftliche Akzeptanz erfahren und nicht ausgegrenzt werden. Drogenhilfe verstehen wir auch als Gemeinwesenarbeit, als Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger zur Verbesserung der Lebenslagen Betroffener. Wir haben ein multifaktorielles Verständnis von Sucht. Es gibt nicht die Ursache, es gibt auch nicht den Weg aus Gefährdung, Missbrauch und Abhängigkeit heraus.

4. Grundhaltungen, Grundsätze unserer Arbeit

Die Achtung der Menschenwürde Hilfesuchender und ihrer Grundrechte (wie z.B. Selbstbestimmungsrecht, Chancengleichheit) bilden die Ausgangsbasis unseres Handelns.

Weitere Grundhaltungen:

Orientierung am Individuum, an den Bedürfnissen betroffener Personen
Normalisierung, Integration: Wir orientieren uns am Normalisierungsprinzip: Förderung einer Integration in „normale“ Bezüge und einer gleichberechtigten Teilnahme suchtkranker Menschen am gesellschaftlichen Leben. Das heißt aber auch, dass wir unsere Klientel mit der Realität, den „normalen“ gesellschaftlichen Pflichten und Anforderungen konfrontieren.
Akzeptanz, Dialog, Konfrontation: Die Akzeptanz und Wertschätzung der Person des Ratsuchenden ist die Basis für einen partnerschaftlichen Dialog und eine tragfähige Beziehung. Erst auf diesem Hintergrund ist eine realitätsbezogene und konfrontative Arbeitsweise sinnvoll und indiziert.
Ressourcenorientierung, Selbsthilfe: Drogenhilfe ist wesentlich Hilfe zur Selbsthilfe. Sie ist lösungsorientiert und auf die Aktivierung der Selbsthilfepotentiale Betroffener sowie den Ressourcen ihres sozialen Umfelds angelegt. Wir stärken das Vertrauen der Hilfesuchenden in die eigenen Potentiale, fördern Veränderungszuversicht und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Selbstwert.
Vielfalt und Vernetzung: Die unterschiedlichen Persönlichkeiten, Problemlagen, Fähigkeiten, Gefährdungsgrade und Lebensbedingungen unserer Klientel machen individuelle, differenzierte und vielfältige Hilfen notwendig. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen relevanten Institutionen, Diensten und Personen hat für uns einen sehr hohen Stellenwert.

5. Wir sind ein soziales, kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen

Fachlichkeit und Qualitätsentwicklung. Die MitarbeiterInnen sind entsprechend ihres jeweiligen Tätigkeitsgebietes fachlich qualifiziert und bringen ihr Können konstruktiv und zielorientiert ein. Der Dienstgeber fördert kontinuierlich die fachliche und persönliche Kompetenz der Mitarbeiterlnnen. Das von uns eingeführte Qualitätsmanagement wird fortgesetzt. Die AGD verbindet die unterschiedlichen Arbeitsbereiche zu einem integrierten Ganzen, unter Wahrung eigenständiger Arbeitsprofile der Tätigkeitsbereiche.